Aktuelles

Juni 2016

Solidarität mit dem linken Wohnprojekt Rigaer Straße

“Seltsam ist die Tatsache, dass die ortsübliche Miete für eine Kostenübernahme der Träger (LAGeSo, Jobcenter) nicht im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben liegt und somit nicht für Flüchtende genutzt werden kann.”

Pressemittteilung im Volltext   http://moabit-hilft.com/pressemitteilungen

Mai 2016

Flüchtlinge werden aus Hostels und Ferienwohnungen in Turnhallen verlegt – Systematische Ausgrenzung statt Inklusion

Pressemitteilung Flüchtlingsrat Berlin vom 10. Mai 2016

Erneut sind Geflüchtete von Obdachlosigkeit bedroht. Diesmal geht es nicht um eine hohe Zahl in Berlin ankommender Geflüchteter und die fehlende Akquise neuer Unterkünfte durch die Behörden, sondern um die vom Senat neuerdings für zu hoch erklärten Tagessätze für Hostels und Ferienwohnungen.

Während das LAGeSo bislang Tagessätze bis zu 50 Euro pro Nacht und Person zahlte, sollten es seit März 2016 nur noch 30 Euro sein. Zudem lief die Übergangsfrist für illegale Ferienwohnungen zum 1. Mai 2016 aus. Statt für transparente Konditionen und verlässliche Zahlungen an die Hostelbetreiber zu sorgen, und Geflüchteten die Möglichkeit der Anmietung der Ferienwohnung zu normalen Mietpreisen zu ermöglichen, werden Geflüchtete in Turnhallen verlegt.

Bereits länger in Berlin lebende Geflüchtete werden schäbiger als zuvor untergebracht und verlieren mit Mühe gefundene Schul- oder Kitaplätze. Entgegen der öffentlichen Bekundungen wird die bezirkliche Eingebundenheit der Menschen (Kita, Schule, etc.) bei dieser Umverteilung in keiner Weise beachtet. „Hier wird auf Kosten der Geflüchteten systematische Ausgrenzung statt Inklusion betrieben“, sagt Georg Classen vom Flüchtlingsrat Berlin. 40 bis 50 Geflüchtete verlieren durch die Politik Czajas täglich ihre Unterkunft und ihr mühsam aufgebautes Umfeld.

In unvorhersehbaren akuten Katastrophen- und Notsituationen mag eine Unterbringung in Turnhallen unvermeidbar sein. Die langfristige Einweisung Geflüchteter in Turnhallen und Flugzeugaragen ist mit der Menschenwürde unvereinbar. Sie ist weder legitim, noch geeignet, noch erforderlich, um bessere Konditionen für Hostels und die Bekämpfung illegaler Ferienwohnungen durchzusetzen.
Unterzeichner:

Flüchtlingsrat Berlin   http://www.fluechtlingsrat-berlin.de

Be an Angel,    http://beanangel.direct/en/

Moabit hilft e.V.!     http://moabit-hilft.com/

Place4Refugees, http://place4refugees.de/
Pressekontakt: Flüchtlingsrat Berlin Tel. 030-24344 5762, E-Mail buero@fluechtlingsrat-berlin.de

Moabit hilft: presse@moabit-hilft.com

August 2015

Humanitäre Krise am Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGeSo) – Stand 13./14.8.2015

14.8.15: Liebe Alle,

wie vielleicht einige von euch schon durch verschiedene Kanäle mitbekommen haben, gab es gestern einige Wendepunkte während unserer Arbeit.

Das Veterinäramt führte am Donnerstag eine Kontrolle im Haus R durch und hat uns Auflagen vorgeschrieben, die eine weitere Versorgung der Menschen, so wie wir es notgedrungen aufgrund der zugeteilten Räume die letzten Tage versucht haben, unmöglich machen.

Direkt im Anschluss hatten wir (Orga-Team) endlich, nach einer Woche Bemühungen um eben diese Kommunikation, ein Meeting mit dem Leiter des LaGeSo und seinen Vertretern und dem Bezirksbürgermeister.

Zwei Stunden Debatte haben einiges bewegt:
– wir konnten das erste Mal klar machen, wie riesig die Solidarität und dadurch die Vernetzung und Reichweite ist und was das für mediale Konsequenzen haben kann, wenn man nicht endlich zusammen arbeitet
– es wurde sofort nach Lösungen für die Essenszubereitung gesucht und vermutlich auch eine gefunden
– wenn alles klappt, wird ab Montag 17.8.15 eine Hilfsorganisation unsere organisatorische Leitung übernehmen, die wir nicht mehr leisten können und wollen, da wir eine Privatisierung der humanitären Hilfe ablehnen und dazu nach dieser Woche so heftig an unsere körperlichen und emotionalen Grenzen stoßen, dass es langsam untragbar wird und natürlich keiner für immer ein Ehrenamt in der Form ausüben kann. Das ist eine Brückenlösung, bis es eine feste gibt. Wir bleiben natürlich trotzdem dabei, aquirieren weiter Spenden, Helfer*innen usw., aber eben nicht mehr 17 Stunden am Tag.
– für eine angemessene ärztliche Vollversorgung wird ab morgen, spätestens Montag gesorgt
– es wird gerade eine Fläche vorbereitet, auf der große Zelte stehen werden, um die wartenden Menschen auch vor Unwetter zu schützen
– es werden neue Unterkünfte erschlossen

Das und noch einiges mehr. Wir sind mit diesem Dialog zufrieden, wir versuchen die Zusammenarbeit zum Wohl der Geflüchteten weiter zu optimieren.

Trotz der schrecklichen, unmenschlichen Bedingungen der letzten Woche, haben wir alle, die sich engagiert und ihren Mund aufgemacht haben, einen Druck aufgebaut und eine Hilfestellung geleistet, die in der Form nicht mehr einfach ignoriert werden kann und nur dadurch wird wenigstens hier vorm LaGeSo und hoffentlich in den Unterkünften für die Menschen eine humanere Grundlage geschaffen, um die extremen Mißstände, die zuvor herrschten, etwas gestärkter und nicht noch demoralisierter zu überstehen.

Bleibt dran, macht weiter, seid laut, lasst uns jedem zeigen, dass es auch anders geht. Vielleicht krabbeln so mehr Menschen an vielen Orten aus ihren Komfortzonen und organisieren sich.

Spenden werden weiter angenommen, bitte checkt die Bedarfsliste, die wir so schnell wie möglich aktualisieren.

DANKE AN ALLE UNTERSTÜTZER*INNEN!
REFUGEES WELCOME

13.8.15: Liebe UnterstützerInnen,

wir sind überwältig von eurer Unterstützung bei der humanitären Krise am Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGeSo) und bitten um Verständnis, dass wir nicht alle Eure Nachrichten persönlich beantworten können. Hier beantworten wir Euch die wichtigsten Fragen.

Unsere ehrenamtlichen HelferInnen mit anderweitigen Belangen bitten wir um Geduld und Verständnis, da wir uns derzeit vorrangig um die Situation am LAGeSo kümmern.

Wir danken euch aus tiefsten Herzen für die Unterstützung!


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