14.8.15: Liebe Alle,

wie vielleicht einige von euch schon durch verschiedene Kanäle mitbekommen haben, gab es gestern einige Wendepunkte während unserer Arbeit.

Das Veterinäramt führte am Donnerstag eine Kontrolle im Haus R durch und hat uns Auflagen vorgeschrieben, die eine weitere Versorgung der Menschen, so wie wir es notgedrungen aufgrund der zugeteilten Räume die letzten Tage versucht haben, unmöglich machen.

Direkt im Anschluss hatten wir (Orga-Team) endlich, nach einer Woche Bemühungen um eben diese Kommunikation, ein Meeting mit dem Leiter des LaGeSo und seinen Vertretern und dem Bezirksbürgermeister.

Zwei Stunden Debatte haben einiges bewegt:
– wir konnten das erste Mal klar machen, wie riesig die Solidarität und dadurch die Vernetzung und Reichweite ist und was das für mediale Konsequenzen haben kann, wenn man nicht endlich zusammen arbeitet
– es wurde sofort nach Lösungen für die Essenszubereitung gesucht und vermutlich auch eine gefunden
– wenn alles klappt, wird ab Montag 17.8.15 eine Hilfsorganisation unsere organisatorische Leitung übernehmen, die wir nicht mehr leisten können und wollen, da wir eine Privatisierung der humanitären Hilfe ablehnen und dazu nach dieser Woche so heftig an unsere körperlichen und emotionalen Grenzen stoßen, dass es langsam untragbar wird und natürlich keiner für immer ein Ehrenamt in der Form ausüben kann. Das ist eine Brückenlösung, bis es eine feste gibt. Wir bleiben natürlich trotzdem dabei, aquirieren weiter Spenden, Helfer*innen usw., aber eben nicht mehr 17 Stunden am Tag.
– für eine angemessene ärztliche Vollversorgung wird ab morgen, spätestens Montag gesorgt
– es wird gerade eine Fläche vorbereitet, auf der große Zelte stehen werden, um die wartenden Menschen auch vor Unwetter zu schützen
– es werden neue Unterkünfte erschlossen

Das und noch einiges mehr. Wir sind mit diesem Dialog zufrieden, wir versuchen die Zusammenarbeit zum Wohl der Geflüchteten weiter zu optimieren.

Trotz der schrecklichen, unmenschlichen Bedingungen der letzten Woche, haben wir alle, die sich engagiert und ihren Mund aufgemacht haben, einen Druck aufgebaut und eine Hilfestellung geleistet, die in der Form nicht mehr einfach ignoriert werden kann und nur dadurch wird wenigstens hier vorm LaGeSo und hoffentlich in den Unterkünften für die Menschen eine humanere Grundlage geschaffen, um die extremen Mißstände, die zuvor herrschten, etwas gestärkter und nicht noch demoralisierter zu überstehen.

Bleibt dran, macht weiter, seid laut, lasst uns jedem zeigen, dass es auch anders geht. Vielleicht krabbeln so mehr Menschen an vielen Orten aus ihren Komfortzonen und organisieren sich.

Spenden werden weiter angenommen, bitte checkt die Bedarfsliste, die wir so schnell wie möglich aktualisieren.

DANKE AN ALLE UNTERSTÜTZER*INNEN!
REFUGEES WELCOME

13.8.15: Liebe UnterstützerInnen,

wir sind überwältig von eurer Unterstützung bei der humanitären Krise am Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGeSo) und bitten um Verständnis, dass wir nicht alle Eure Nachrichten persönlich beantworten können. Hier beantworten wir Euch die wichtigsten Fragen.

Unsere ehrenamtlichen HelferInnen mit anderweitigen Belangen bitten wir um Geduld und Verständnis, da wir uns derzeit vorrangig um die Situation am LAGeSo kümmern.

Wir danken euch aus tiefsten Herzen für die Unterstützung!

FAQ (Stand 13.08.2015)